Wahlbeteiligung so niedrig wie nie!

Wer hätte das gedacht? Zweitstärkste Macht in Deutschland sind die Nichtwähler, die bei der Bundestagswahl auf stolze 29 Prozent kamen. Ihr Konzept: “Keine Lust, keine Hoffnung, keine Ahnung.”  Die Beteiligung an der Bundestagswahl war in der Tat so niedrig, dass sie zu DDR-Zeiten den sofortigen Einmarsch der Russen nach sich gezogen hätte.

Um dieses Szenario in nächster Zeit zu verhindern, müssen Anreize für die Nichtwähler gesetzt werden. Um vor allem die deutsche Jugend zukünftig verstärkt zur Wahl zu locken, sind nun verschiedene Experimente angedacht. Etwa die sprechende Wahlurne (“Ey, Opfer, ich schwör, tust du Zettel hier reinwerfen!”) oder größere spielerische Akzente. Nicht mehr mühsam und lustfrei mit Wahlzettel und Stift, sondern per Flaschendrehen und -leeren dürfen Jugendliche in Zukunft ihre Kandidaten wählen. Jugendforscherin Gunilla Niemann-Nömann dazu: “Wir müssen auf die Jugend zugehen und sie da abholen, wo sie steht. Es ist keinem Jugendlichen zuzumuten, dass er sich derart viel durchliest und anschließend zwei Kreuze macht.” Um den Wahlgang noch attraktiver zu gestalten, sollen junge Leute bis zum Alter von 25 Jahren in ausgesuchten Wahllokalen Amok laufen dürfen.

Eine weitere viel versprechende Idee: Für alle Ostdeutsche wird der Wahlzwang wieder eingeführt. Wer außerdem nachweisen kann, dass er Produktionsarbeiter ist, bekommt ein Handgeld von zehn Euro für den Gang ins Wahllokal. Den Bundeshaushalt werden die geschätzten 2000 Euro Mehrkosten nicht allzu sehr belasten. Bis neun Uhr morgens muss man gewählt haben, sonst rücken einem die Wahlhelfer auf die Pelle. Alles wie damals, so, wie es der Ostalgiker liebt.

Personen mit Migrationshintergrund hingegen bekommen einen bebilderten Wahlzettel. Die Symbole für die Parteien sind bewusst neutral gewählt. Im muslimisch dominierten Berliner Neuköln können die Wähler beispielsweise für die SPD eine von 72 Jungfrauen und für Die Linke ein Schwein ankreuzen.

Ansonsten sollen demnächst verstärkt regionale Besonderheiten beachtet werden, um den Wähler an die Urne zu locken. So dürfen in Oberbayern demnächst wieder CSU-Wahlempfehlungen durch den Pfarrer ausgesprochen werden. Wer sich daran hält und richtig wählt, wird bei der nächsten Kollekte verschont. Rheinländer hingegen sollen – wegen der Geselligkeit und Gemütlichkeit – bald zu sechst in die Wahlkabine gehen dürfen.

~ von worldofgolla am September 30, 2009.

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